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"Jo- Jau" ist doch schon 70 geworden!


Man muss ja immer wieder staunen wie sich Verrückte anreden. Die einen mit einem profanen "Helau", andere mit einem schon merkwürdigerem Tschings Bums da und die die sich irgendwie mit Schnecken beschäftigen, mit "Jo Jau". Naja, überlassen wir den Schneckenhengsten und- Stuten ihren Brunftruf und gratulieren mit gezogenem Hut und Chapeau zum 70. Vereinsjubiläum. Das, was unserer kleinen Abordnung und fast der gesamten Nordthüringer Konfettibande in 5:20 h Programm geboten wurde.... RESPEKT, RESPEKT! Neidvoll konnte der Autor dieses Beitrages nicht seine Augen von der übergroßen LED- Projektionswand im Bühnenhintergrund lassen. Die Möglichkeiten, die ein solch horrend teures Spielzeug bietet, hatte Bleicherode voll ausgeschöpft und damit auch der gesamten Stimmung ein Sahnehäubchen und damit Maßstäbe aufgesetzt. Bemerkenswert waren für mich, logischerweise, die Büttenredner. Der Präsi, Andreas Weigel, hatte sich mit seiner Figur und Bütt "Konrad Duden" in die Oberliga der Büttenredner geredet. Grandios die gereimte Bütt, die das Gendern und die Schludrigkeit der heutigen deutschen Sprache absolut professionell auf `s Korn nahm. Die Nachwuchsbüttenredner verdienten ehrliche Hochachtung. Da wird man in den nächsten Jahren echte Blüten in Bleicherode erleben dürfen. Die Verbindung der LED - Wand mit einem virtuellen Nachrichtenstudio, welches man schon aus der online Pandemievariante der Bleicheröder kannte, war absolut eine Hammerdarbietung. Die Dialogbütt von "Otto und seiner Frau" räumte beim Publikum verdient ab. Begeisternd, wie die beiden sich selbst neben dem teilweisen nicht auswendig gelernten Texten, die Pointen im Stakkato zuwarfen und sich selbst live auf der Bühne gegenseitig dabei auf den Arm nahmen. Die Gesangsnummern waren durch Eigenkompositionen und Arrangements , wie man sie ja von Bleicherode gewöhnt ist, eine echte Erfrischung. Hier sieht man immer wieder den jahrzehntelangen Einfluss des "Ensemble 72" und dessen künstlerischen Profi Leitern um Wolf-Dieter Mohs durchschimmern. Tanzgruppen von Piratenkindern bis zum Showballett, wie gewohnt große Klasse, wobei der Auftritt von Männerballetts natürlich für den Autor dieses Beitrages immer ein besonderes Schmankerl ist. Hinreißend wie sich Männer und Kerle, entgegen der allgemeinen Baumarktmodelle, so bewegen können und.... dabei sogar noch lachen können. Allein dafür hätte sich das stundenlange Warten ohne Getränke gelohnt. Einziger Wermutstropfen der gesamten Stimmung im Saal war die gastronomische Versorgung des Publikums. Unglaublich unterirdisch. Nach gestoppten 70 min. wurden die ersten georderten Getränke geliefert und das ging nicht nur uns am Tisch 15 so, wobei die Kellnerinnen wirklich sehr bemüht waren und die volle Breitseite an berechtigter Giftigkeit im Saal ertragen mussten, nur weil die Thekenmannschaft mit 320 Gästen auf dem Saal hoffnungslos überfordert war. Aber das kann man dem Bleicheröder Karnevalverein in keinster Weise anrechnen.

Die Stimmung nach über fünf Stunden Programm und üblicher Gratulationscour war beim Publikum nicht irgendwie ermüdet. Nein, ganz im Gegenteil. Ich möchte nicht wissen, wann der letzte im Publikum den Saal verlassen hat. Wir Wertherschen hatten unseren Spaß und es war eine stimmungsvolle Eröffnung in die eigene Session. Nächste Woche geht's bei uns los und wir Wertherschen haben unseren eigenen Stil. Aber gut ist es immer wieder mal die Möglichkeiten zu nutzen, um über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen. Eins noch nebenbei, die Sponsorenliste in Bleicherode ist eine Auflistung von 42 (!!!!) Unternehmen und Privatpersonen. Darüber sollten wir bei uns im WKV mal dringend Gedanken machen.



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